DIE REGELN DES SCHWEIGENS
von Tino Schrödl
Ueberreuter Verlag ISBN 978-3-76417-042-4
An Phils Schule brennt es. Das Gebäude ist soweit zerstört, dass die Schüler auf andere Schulen in der Umgebung verteilt werden müssen. Für Phil bedeutet das nicht nur mehr Fahrzeit, sondern auch einen Geschichtslehrer, der ihn im Unterricht drangsaliert. Warum das so ist, wird nicht erkennbar, da es offensichtlich keine Verbindung zwischen den beiden gibt.
Aber in die neue Klasse geht auch Mona, die er von der alten Schule kennt, und in die er heimlich verliebt ist. Mona lädt ihn ein zu einem Treffen ihres Geheimclubs, eines Clubs, der es sich zum Ziel gesetzt hat, die Geheimnisse der Menschen festzuhalten und zu archivieren, um so die Welt besser verstehen zu können. Um aufgenommen zu werden, muss Phil selbst ein Geheimnis von sich preisgeben, dass bisher niemand kannte. Das wird dann, zusammen mit all den anderen, in das große rote Buch der Geheimnisse eingetragen. Diese Geheimnisse schweißen die Gruppenmitglieder aneinander.
Natürlich geben Menschen ihre Geheimnisse nicht freiwillig her, also beschatten und beobachten die Mitglieder des Clubs Bekannte, Freunde, Verwandte oder auch Wildfremde. Die Geheimnisse, die dabei ans Licht kommen, sind teilweise düster und traurig. Und hier kommt es zu Auseinandersetzungen, nämlich darüber, wie mit diesen verborgenen Geschichten umgegangen werden soll. Phil gerät dabei zwischen die Fronten, die sich gebildet haben, muss sich entscheiden, ob er aufgrund der Erkenntnisse, die die Gruppe erlangt hat, etwas unternehmen will oder weiterhin nur Beobachter bleibt. Dabei hat er immer mehr das Gefühl, dass alle anderen etwas vor ihm verbergen, aber er selbst hat auch ein Geheimnis, das niemand erfahren soll. Als Matt, eines der Clubmitglieder, Machtfantasien entwickelt und die gesammelten Geheimnisse für seine Zwecke zu missbrauchen versucht, droht das Ganze außer Kontrolle zu geraten. Und eines Tages steht die Polizei vor der Tür und verdächtigt Phil, etwas mit dem Brand in seiner alten Schule zu tun zu haben…
Tino Schrödel erzählt in „Die Regeln des Schweigens“ über die Macht, die andere über uns erlangen können. Durch Verschweigen, durch Verschwiegenes. Durch falsch verstandenes Zugehörigkeitsgefühl und Feigheit. Und manchmal über die Freundschaft, die sie mit uns schließen.
Sein Buch kann dazu beitragen klar zu machen, dass Geheimnisse manchmal notwendig, manchmal dumm und manchmal beides sind.
Tino Schrödel, geboren 1972, landete nach einem Journalistikstudium und verschiedenen Jobs bei Zeitungen beim Fernsehen, wo er bis heute Dokumentationen und Reportagen betreut. Nach „Australien? Australien!“ ist „Die Regeln des Schweigens“ sein zweiter Roman für Jugendliche.
Wir empfehlen dieses Buch für Jugendliche ab 13 Jahren.
[Fenster Schliessen] |